Von Salta bis zu den Salinas Grandes

Argentinien - San Antonio de los Cobres
Von Salta aus fuhren wir im großen Bogen über San Antonio de los Cobres und über die Salinas Grandes nach Purmamarca.

Die Fahrt begann holprig - auf der schotterigen Umleitung der Ruta 51 durch ein (fast) trockenes Flussbett wurde unser zweiter Corsa auf die erste Bewährungsprobe gestellt. Alle Wasserdurchquerungen meitsterte er aber mit Bravour. Die Straße wurde allerdings auch nach der Umleitung nur unwesentlich besser, erst nach gefühlten 100km bekamen wir endlich wieder festen Boden unter die Räder.

Der Blick neben die Straße versöhnte uns jedoch regelmäßig wieder, da die Landschaft auch hier wieder atemberaubend schön war.

Ziemlich überrascht waren wir, als wir auf einer ca. 4000m hoch gelegenen Hochebene absolut in the Middle of Nowhere, gerade als die Straße wieder in eine Schotterpiste überging, auf eine Polizeikontrolle trafen. Diese gibt es in Argentinien häufiger, aber an dieser Stelle war es doch ziemlich bizarr. Die Polizisten waren jedoch sehr freundlich und wünschten uns - da wir offensichtlich nicht ins Schmuggler-Raster fielen - noch eine gute Weiterfahrt.

San Antonio de los Cobres

Einige Zeit später kamen wir dann in San Antonio de los Cobres an (dem Endpunkt des Tren a las Nubes). Der Mittelpunkt des etwa 3800m hoch gelegenen, überschaubaren Städtchens liegt typischerweise bei der Kirche. Die Bauweise der Häuser ist den extremen Klimaten angepasst - quadratische Steinhäuser mit möglichst kleinen Fenstern, um die Wärme im Sommer nicht hinein und im Winter nicht hinaus zu lassen.

Wie wir später auch noch in anderen Orten sehen sollten, verbergen sich im Inneren der Häuser neben Wohnungen auch "ganz normale" Läden, Restaurants und Geschäfte. Von außen deutet jedoch oft nichts darauf hin, sondern nur wenn man es weiß oder einen Blick ins Innere riskiert, entdeckt man die Geheimnisse.

Da dies der erste Ort seiner Art für uns war und unsere Neugier aufgrund des äußeren Erscheinungsbildes noch nicht geweckt worden war und wir noch einen langen Weg vor uns hatten, verzichteten wir aber auf einen längeren Stopp und bogen auf die - so dachten wir - Ruta 40 ab, die uns zu den Salinas Grandes, den großen Salzseen, bringen sollte.

Ruta EX-RN40

Wie weit der Weg tatsächlich war, bemerkten wir leider erst im Laufe der Zeit (hätten wir das vorher gewusst, hätten wir in San Antonio de los Cobres doch noch ein Restaurant aufgesucht oder zumindest Proviant eingekauft).

Das Problem war im Grunde auch weniger die Entfernung als viel mehr die Straße, für die unser Auto denkbar ungeeignet war. Am Anfang war es eine Schotterpiste mit kleinen bis mittelgroßen Steinhindernissen. Nach und nach ging sie dann jedoch in eine Sandpiste mit engen Querrillen über, die uns über 3 Stunden gründlich durchrüttelte.

Dummerweise war die Situation in die wir uns gebracht hatten hausgemacht, da wir statt auf die Ruta 40 auf die EX-RN40 abgebogen waren.

Das Tempo mussten wir behutsam wählen - bei zu langsamer Fahrt waren die Querrillen unerträglich, bei zu schneller Fahrt gerieten wir ins Schwimmen und das Auto war mit dem Fahrer nicht mehr immer ganz einer Meinung.

Letzendlich hatten wir es aber doch geschafft und das Auto hat gehalten. Ein 4x4-Gefährt wäre aber eindeutig die bessere Wahl gewesen, da wir fernab von Handyempfang und Zivilisation unter der glühenden Sonne besser nicht an eine Panne denken mochten.

Salinas Grandes des Noroeste

Die Salinas Grandes entschädigten uns schnell wieder für die Strapazen der Fahrt. Mit dem Auto kann man direkt auf den Salzsee fahren und die faszinierenden Strukturen betrachten.

Der etwa 820km² große Salzsee liegt auf etwa 3500m Höhe und entstand vor 5 bis 10 Millionen Jahren. Auch heute wird dort noch Salz aus einer etwa 30cm dicken Schicht abgebaut.

Wer möchte, kann am und auf dem See handgemeißelte Souveniers aus Salz und Stein kaufen, die auch zuhause noch an den beeindruckenden Besuch erinnern.