Patagonien

Argentinien - El Calafate

Unser letzter Ausflug führte uns in den Süden Argentiniens nach Patagonien. Wir flogen von Buenos Aires nach El Calafate, von wo aus wir zwei große Gletschertouren unternahmen.

Patagonien bzw. genauer gesagt das argentinische Ostpatagonien hat uns mit seiner atemberaubenden, steppenartigen Landschaft verzaubert. Der argentinische Teil Patagoniens hat eine Fläche von über 765.000 km² (zum Vergleich: Deutschland hat 357.000 km²), die Einwohnerdichte beträgt im Schnitt gerade einmal 1-2 Einwohner pro Quadratkilometer.

El Calafate

El Calafate ist ein beschauliches kleines Örtchen am Rande des Lago Argentino mit gerade einmal 15.000 Einwohnern. Seinen Namen hat El Calafate von der Strauchfrucht Calafate, aus der Marmelade oder Likör hergestellt wird.

Seit den 1980er Jahren wächst El Calafate rasant. Immer mehr (kleine) Hotels kommen hinzu und durch städtebauliche Maßnahmen wird das Erscheinungsbild kontinuierlich verschönert. Die Häuser erinnern vielfach an Skandinavien, an der Uferpromenade am Lago Argentino kann man bei die Flamingos beobachten und im Zentrum gibt es zahlreiche Restaurants und Geschäfte, die zum Verweilen einladen.

Heute erinnert nur noch wenig daran, dass El Calafate einmal als Versorhungspunkt für die Wolltransporte der umliegenden Estancias gegründet wurde und danach hauptsächlich mit der Verwaltung des angrenzenden Nationalparks Los Glaciares beschäftigt war.

Perito Moreno

Der bekannteste Gletscher am Lago Argentino ist der Perito Moreno. Benannt wurde er nach seinem Entdecker, der ihn bei der Grenzvermessung zwischen Chile und Argentinien Ende des 19 Jahrhunderts entdeckte.

Wir fuhren am frühen Morgen mit dem Bus entlang des Lago Argentino bis zur Südseite des Perito Moreno. Dort stiegen wir um in ein Ausflugsschiff, das uns ganz nahe an die Südseite des Gletschers heranbrachte.

Das Faszinierende am Perito Moreno ist, dass er sich pro Tag um ca. 1,5 m nach vorne schiebt. Etwa die gleiche Masse fällt jeden Tag nach und nach - mit unglaublichem Getöse - in den See ab. Die Chance einen oder mehrerer dieser Abbrüche beim Besuch mitzubekommen ist also relativ groß. Wir haben zahlreiche kleine "Eisstürze" sowie zwei größere miterlebt.

Gletscher-Tour

Am nächsten Tag machten wir eine Gletschertour mit dem Schiff. Vor Sonnenaufgang wurden wir vom Bus abgeholt und zum Hafen Puerto Banderas gebracht.

Auf dem Lago Argentino ging es dann zunächst in Richtung Glaciar Upsala, der nach seinem Entdecker-Heimatort in Schweden benannt wurde. Der Glaciar Upsala ist der einzige Gletscher weltweit, der frei in einen See kalbt. "Frei" heißt, dass er im Gegensatz zu den anderen benachbarten Gletschern nicht am Grund aufsitzt, sondern direkt in das Wasser abbricht.

Aus diesem Grund sind die abfallenden Brocken in der Regel auch deutlich größer und treiben kilometerweit als Eisberge im Lago Argentino herum. Aufgrund der an diesem Tag hohen Eisbergdichte konnten wir leider noch nicht einmal bis auf Sichtweite zum Glaciar Upsala heranfahren, die Eisberge an sich waren aber nicht minder beeindruckend.

Als nächstes fuhren wir am Glaciar Onelli vorbei, der es leider nie bis zum Wasser schafft und machten dann den nächsten längeren Halt vor dem Glaciar Spegazzini, bei dem wir ebenfalls einige kleinere Abbrüche miterleben durften.

Abschließend machten wir nochmals einen Abstecher zur Nordseite des Perito Moreno, wo wir den größten Abbruch direkt vor unserem Schiff miterleben durften und von den riesigen Wellen kräftig durchgeschüttelt wurden.