Von Salta bis Cafayate - Entlang der Ruta 68

Argentinien - Cafayate

Nachdem wir mittags mit dem Flugzeug aus Iguazú kommend in Salta gelandet waren, nahmen wir unser (wie sich später herausstellen sollte "erstes") Auto gleich am Flughafen in Empfang.

Mit unserem Chevrolet Corsa machten wir uns dann über die Ruta 68 sogleich auf den Weg nach Cafayate. Der Himmel war an diesem Tag sehr bewölkt und wie wir wenig später mitbekamen, hatte er sich wenige Kilometer vor uns schon kräftig entladen. Die Folge war, dass wir teilweise mächtige Schlamm-Muren durchqueren mussten, die von den Bergen auf die Straße abgegangen waren.

Nach der Hälfte der 200km weiten Strecke verlässt man die Zivilisation und ist bis auf sporadisch entgegenkommende Autos auf sich gestellt und eins mit der Natur. Auf der Hinfahrt bekamen wir von der Schöhnheit der Gegend allerdings wetterbedingt nicht so viel mit und waren froh, als wir gegen 21 Uhr bei Dunkelheit unversehrt in Cafayate ankamen.

Der nächste Morgen brachte zum Glück Sonnenschein pur und wir machten uns nach dem Frühstück sogleich auf den Weg zu den Ruinas de los Quilmes, in denen sich einst ein Indianerstamm erfolgreich gegen die Inkas verteidigte. Leider erfuhren wir erst vor Ort, dass die Besichtigung aufgrund eines Streiks der Nativos (Ureinwohner Argentiniens) an diesem Tag nicht möglich war. Trotzdem hatte sich die Fahrt entlang der Ruta 40 gelohnt.

Zurück in Cafayate aßen wir im Zentrum noch zu Mittag, bevor wir uns dann auf den Rückweg nach Salta auf der Ruta 68 durch die Quebrada de los Conchas (Schlucht der Muscheln) machten - der gleiche Weg, den wir am Vortag bei Regen und Dunkelheit zurückgelget hatten, nahmen wir jetzt mit strahlendem Sonnenschein und atemberaubenden Aussichten nochmals ganz anders wahr.

Das Tal ist geprägt vom Buntsandstein, der mit seinen intensiven Farben faszinierende Landschaftsbilder erschafft. Mitunter haben Wind und Wetter über Millionen von Jahren auch interessante Felsformationen, wie beispielsweise Los Castillos (die Burgen), El Sapo (die Kröte), El Obelisco (der Obelisk), El Anfiteatro (das Amphitheater) oder die Garganta del Diablo (Teufelsschlucht) geformt.

Faszinierend sind in diesem Tal auch die vereinzelt vorzufindenden Steinhäuser, die fern ab jeglicher Zivilisation ohne Strom und fließend Wasser von wenigen Menschen bewohnt werden.

Weiter nördlich, kurz vor Ende der Quebrada de las Conchas, am Übergang zum Valle de Lerma, trifft man auf das Geisterstädtchen Alemania, das nach dem Einstellen der Zugstrecke "General Belgrano" in Vergessenheit geriet. Heute leben dort nur noch wenige Menschen, die Bahnhäuser und Eisenbahnbrücken erinnern jedoch noch an die vergangene belebtere Zeit.

Einen letzten Zwischenstopp machten wir am Dique Cabra Corral, einem Stausee wenige Kilometer südlich von Salta. Im Café Teraza del Lago genossen wir die wunderschöne Aussicht bei einem Kaffe.

Kurz vor Sonnenuntergang nahmen wir dann die letzten Kilometer bis Salta in Angriff. Leider hatte unser Auto andere Pläne, aber wir konnten es mit einem behutsamen Gasfuß dann glücklicherweise doch noch bis Salta bewegen, wo wir es am nächsten Tag gegen ein kooperierenderes Modell austauschen konnten.